#15 Das VW-Drama: Werksschließungen, China-Absturz und die E-Auto-Falle
Shownotes
In der neuen Folge des Börsebius Top Research Podcasts nehmen Reinhold Rombach und Rainer Lemm das aktuelle Beben bei Volkswagen unter die Lupe. Der Aktienkurs hat sich seit 2021 auf 75 Euro gedrittelt, bis zu 100.000 Jobs wackeln und historische Werksschließungen drohen. Doch bietet dieser Absturz eine Einstiegschance für mutige Anleger?
Die Hosts analysieren schonungslos den Spagat zwischen VWs unschlagbarem Markenportfolio und massiven Bremsklötzen wie der politisch erzwungenen E-Wende, wegbrechenden Gewinnen in China und dem Staat als blockierendem Großaktionär. Erfahren Sie, warum die parallele Entwicklung von Verbrennern, Hybriden und E-Autos den Konzern an die Belastungsgrenze treibt – und warum Experte Reinhold Rombach aktuell dennoch deutlich vor dem Kauf der Aktie warnt.
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00:00:00: So, wir machen in unserem heutigen Bersäbius Top-Research Podcast VW.
00:00:06: Warum machen wir das?
00:00:07: Wir haben uns überlegt nach SpaceX was den Leuten wirklich gut gefallen hat.
00:00:11: Riesenabrufzahlen auch mit noch wieder erneutenspannendes Thema und nach einiger Diskussion.
00:00:18: aber ich sage ist auch klar VW will hunderttausend Arbeitsplätze abbauen.
00:00:22: der Börsenwert hat sich seit zweitausendsundzwanzig halbiert.
00:00:27: es gibt kommenden Donnerstag eine riesige Aufzussatze, wahrscheinlich die riesige Auszussatsung, wo genau diese Arbeitsplatzabbau beschlossen werden soll.
00:00:37: Aber eben auch dass die Werkstattung von vier Werken und auch Achtung das VW als Kernmarke ausgegliedert wird.
00:00:45: also Grund genug für uns darüber zu reden.
00:00:48: Volkswagen ist ein faszinierender Sonderfall.
00:00:51: kaum ein Industriekonzern vereint so viele Stärken und gleichzeitig so viele strukturelle Bremsen.
00:00:58: Frage also ist der Konzern ein unterschätzter Turnaround-Kandidat oder droht der schleichende Verlust seiner früheren Weltmarktführerschaft?
00:01:07: Diese Fragen beantwortet nun Rainer Läm.
00:01:10: Hallo, los geht's!
00:01:12: Ja, also vollkommen wichtig und faszinierende Geschichte weil wir hier historisch gewachsene Kostenstrukturen haben und wahrscheinlich im größten Technologiewandel der Automobilgeschichte sind mit den E-Autos.
00:01:25: Und da knarzt es jetzt gewaltig, wie man ja an der kommenden Aussichtsratssitzung auch sieht.
00:01:29: Ich mach mal Burkis Werkees und Fahrtzehn.
00:01:32: Burkies ist klar wir haben ein einzigartiges Markenpartfolio.
00:01:35: ich krieg nicht nur von VW sondern eben auch Audi Porsche, Skoda Seat aber dann auch High End Bentley Lamborghini Scania.
00:01:44: also wir haben fast alle Preise- und Fahrzeugsegmente abgedeckt und das ist natürlich nicht reproduzierbar und ihn direkt schon Wettbewerbsvorteil.
00:01:52: dazu kommen hohe Skaleneffekte produzieren im Konzern über neun Millionen Autos in diesem Jahr.
00:02:00: Zumindest waren das auch zu viel, davon übrigens dreißig Prozent in China und sieben Prozent in den USA.
00:02:06: Das ist gleichzeitig Chance und Risiko, wie wir gleich sehen werden.
00:02:10: Das heißt aber, wir haben etwas geringe Entwicklungskosten für Plattformen und können mit Software- und Batterietechnik eben auch das Ganze auf enorme Stückzahlen verteilen.
00:02:18: Drittens finanzielle Substanz.
00:02:20: Trotz aller Probleme erwirtschaftet VW weiter in hohe operative Cash flows und die Betaligung an Porsche, bildet einen zusätzlichen Werttreiber.
00:02:28: Wir haben eine globale Präsenz.
00:02:29: klar, Chance und Risiko.
00:02:31: das Netz muss man auch unterhalten und die Elektromobilität könnte sich langfristig auszahlen wenn sie sich dauerhaft durchsetzen.
00:02:38: Das ist halt die Frage ob der Kunde das so schnell haben will wie die Politik sich das wünscht.
00:02:42: Und jetzt kommen wir zum Bergges.
00:02:43: es ist genau diese politisch erzogene Transformation.
00:02:47: Die EU macht Zeit Zichern hätte ich fast gesagt, zumindest seit zwanzig Jahren.
00:02:53: Immer respektive CO-Vorgaben und dann kommt die deutsche Amperregierung ab zweiundzwanzig noch dazu und selbst verstärkt auch Elektromobilität, erneuerbare Energien und ein beschleunigten Ausstieg aus der Verbrennungsmotor.
00:03:06: Und das bedeutete für VW.
00:03:08: Das tut es heute immer noch.
00:03:09: Milliarden Investitionen in E-Mobilität Teilweise Abschragung der bestehenden Technologien und erhebliche Umstellung der Produktionsstruktur.
00:03:16: Wir brauchen dann mehr Kapitalbedarf bei gleichzeitig sinkenden Margen.
00:03:20: Denn das Problem besteht darin, dass die Politik Zeitpläne vorgibt.
00:03:24: Aber die Nachfrage der Kunden deutlich langsamer reagiert ihm keiner will.
00:03:28: Ich verahre noch keine E-Auto also nur als Beispiel ja aber ich bin vielleicht ein paar pro Toto.
00:03:33: Zweitens in diesem Bereich der Staat als Großaktionär.
00:03:36: wir wissen, dass das Land Niedersachsen beim VW ergeben zwanzig Prozent der Aschlamm-Aktien hält und aufgrund des sogenannten VW Gesetzes über weitreichende Mitspracherechte verfügt.
00:03:46: und das führt eben zu diesem ganzen Arbeitsplatz, Diskussion, Tarifpolitik, Standardpolitik usw.
00:03:52: Gleichzeitig soll VW aber immer wieder Rendite liefern.
00:03:55: Und da bezogen in Gestoren normalerweise Unternehmen deren Management sich regelmäßig ausschließlich am Unternehmenswert oder an der Maximierung dieses Wertes orientiert.
00:04:05: Das ist bei VW schwierig denn erstens und zweitens politische Transformation und Großaktionär führen zu einer hohen Kostenbasis.
00:04:13: Der VW ist einer der teuersten Automobiliersteller Europas und damit in der Welt.
00:04:18: Das ist schwer, wie soll ich sagen zu mindern weil wir eben unter den Flöhen und umfahreiche Sozialleistungen haben.
00:04:25: und darum geht es ja letztlich auch bei der Entlassung von hunderttausend Leuten und vielleicht auch die ganzen Transformationen Abschaltung und Aufgabe von mehreren Fabriken.
00:04:35: das Problem ist viertens Bei diesem BRKS China hat die Bedeutung verloren.
00:04:40: über viele Jahre hat China Was war die eigentliche Gewinnmaschine?
00:04:45: Gerade so nach dieser Krise, hat China uns ja gerettet.
00:04:49: Also uns als Europa, als Riesennachfrage sucht der aus China kamen weil man irgendwie noch nicht soweit war.
00:04:56: inzwischen hat China aber oder verfolgt China konsequent den Aufbau einer eigenen Autoindustrie.
00:05:03: was sieht man?
00:05:03: unternehmen die wir inzwischen auch hier kennen.
00:05:06: Bitt Gili Li X-Peng mehr kann ich gar nicht sagen.
00:05:12: Das bedeutet vor allen Dingen, für VW dort sinkende Marktanteile mehr Preisdruck und dadurch geringere Gewinne.
00:05:19: Ja wir haben bei diesem strengen Wettbewerb im Prämiensegment vielleicht noch eine Chance aber auch nur da.
00:05:24: letztlich wird China wahrscheinlich künftig eher ein stark umkämpfter Markt sein als eine Gewinnquelle.
00:05:30: Da gibt es noch Softwareprobleme.
00:05:31: Man stellt ja da verschiedene Systeme auch in der Produktion um und da ist Volkswagen eben nicht so stark, und hat auch mehrfach Rückschläge erlebt während natürlich die Bits- und E-Autohersteller dieser Welt eben von der Softwareseite kommen und die Betriebssysteme etwas einfacher haben können.
00:05:50: Dann kommt noch Europa dazu mit einem relativ schwachen Wirtschaftswachs.
00:05:53: zum hohen Energiekosten und der hohen Regulierung im CO² habe ich gerade erwähnt.
00:05:58: das ist natürlich kein Wettbewerbsvorteil, sondern eher ein Nachteil.
00:06:03: So was machen wir jetzt daraus als Fazit?
00:06:06: Die Frage ist für mich nicht ob vorwärts technisch liefern kann das werden die können da sind fantastische Ingenieure am Start, sondern ob das wirtschaftlich dauerhaft sinnvoll ist.
00:06:14: zu den gegebenen Kondition und daran zweifelt ja offenbar das Management inzwischen auch politisch wird.
00:06:21: weiterhin verlangt immer strengere CO-Vorgaben und möglichst schnelle Elektrifizierung.
00:06:27: gleichzeitig soll der Konzern aber bezahlbare Fahrzeuge auf den Markt bringen.
00:06:32: Und den erhalte Arbeitsplätze sicherstellen, das ist für mich eigentlich ein Ding was man nicht gewinnen kann denn die Komplexität ist irre.
00:06:40: wir haben erst mal diese drei verschiedenen Antriebswelten klassischer Verbrenner, Plugin, Hybrids und Rhein E Autos.
00:06:47: dann haben wir diese zahlreichen Marken die ich gerade erwähnt habe und dadurch haben wir eben Verschiedene Getriebe, unterschiedliche Abkassnachbehandlungen, Hochwollsysteme, Batterien verschiedener Generation.
00:06:58: Dadurch steigen ihnen die Kostenlagerentwicklung, Schimmungsaufwand und Kapitalbindung ist hoch.
00:07:03: Das ist wirklich schwierig auch für die Werkstätten der Spezialwerkzeuge brauchen und extra geschultes Personal.
00:07:11: das muss man ja in der Breite erst mal darstellen und kostet Geld.
00:07:14: Positiv fassen natürlich dass wir jetzt mit der zukünftigen SSB-Plattform, diese alten Plattform die heißen NAB und NQB dann irgendwann ablösen was die Teilevielfalt erheblich reduziert.
00:07:27: Und natürlich ist auch die Wartung eines E-Autos grundsätzlich viel einfacher.
00:07:33: kein Ölwechsel keine Kupplung keine Durbolader all diese Geschichten.
00:07:36: Vorsicht das es aber auch für die Händler eher ein Problem weil der Service natürlich bisher ein wichtiger Traxbringer ist.
00:07:42: also auch hier plus rund minus ganz schwierig.
00:07:46: So, was machen wir jetzt damit mit dem Fazit?
00:07:49: Die Gefahr ist für mich aus Investoren Sicht die Dauer der Übergangsphase.
00:07:53: Wenn das wieder politisch verhindert wird in der nächsten Aussichtsratssitzung dann könnten wir echt ein Problem haben weil VW immer noch an dieser dauerhaften zu hohen Komplexität leidet.
00:08:05: man kann nicht dauerhaft drei Antriebswelten parallel entwickeln und produzieren und warten.
00:08:09: darunter leidet eben die Kapitalrendite.
00:08:13: Aus meiner Sicht auch immer noch keinen politischen Wunsch in Deutschland, zumindest nach Technologieoffenheit.
00:08:18: Weil die strengen CO-Zoozeilvergaben der EU diesen Zielkonflikt eigentlich schaffen und da wir in Europa diese Art der Reflektion verlernt haben und immer mehr an heilige Kühe glaube.
00:08:31: ich sag jetzt mal nur Umweltschutz, Datenschutz, Tarifautonomie das reicht schon.
00:08:36: Deswegen dürfte sich daran in den nächsten Jahren bei vw leider auch nicht viel ändern.
00:08:41: Das sei denn die Aussichtsratssitzung wird total überraschend aus, weil es ist immer noch zu gut geht was immer das heißen mag.
00:08:48: aber dieser Leidensdruck ist vielleicht noch nicht hoch genug und deswegen würde ich weder diese Aktie noch andere Autohersteller im Moment kaufen die haben mit ähnlichen Problemen zur kämpfen haben sondern lieber mit anderen auch hier regelmäßig vorgestelltem Branchenvorlieb nehmen, die deutlich ertragreicher und weniger politisch überladen sind.
00:09:09: Also mein Urteil wäre – obwohl es ja keine individuelle Anlageberatung ist, sondern nur eine journalistische Meinung oder eine möglichst sachgerechte Darstellung aufgrund der Daten – ich würde dieser Aktie nicht kaufen und wäre überrascht wenn dann da bei der Aussichtsratssitzung der große positive Knall also einen Neustart kommen
00:09:29: würde.".
00:09:30: Ich würde der Aktie kaufen, wenn die der Tagesordnungspunkt drei oder vier welche auch immer das ist.
00:09:39: Die VW als Kernmarke ausgebildet dann beschlossen würde.
00:09:44: Das wird aber nicht passieren aufgrund der Struktur der Eigentümer bei VW.
00:09:49: Insoweit wieder zurück, ich würde sie auch nicht kaufen.
00:09:53: Also ich glaube nicht dass das passiert.
00:09:55: Ich glaube nicht, dass die Politiker hier im Veto- und Mitspracherecht aufgeben werden... Und die
00:09:59: Gewerkschaft
00:10:00: auch?
00:10:00: ...und die Tarifler.
00:10:02: Das ist auch ein europäisches Problem.
00:10:03: Typisch europäisch!
00:10:05: Und das ist Teil dieses gesamten Paketes.
00:10:07: Und das macht die Sachen natürlich schwierig.
00:10:09: Auch wenn man sich mal einen langfristigen Schad anguckt von Frau Weherr.
00:10:13: Der Höchstkurs ist ja schon wieder lange her.
00:10:14: Sie haben es in den Jahr zwanzig erwähnt.
00:10:17: Da waren wir bei Versohnensfünfzig.
00:10:18: Zweihundertfünfzig.
00:10:20: Seventisch
00:10:20: Milliarden insgesamt.
00:10:22: Genau, und jetzt sind wir eben bei ... bei achtunddreißig Milliarden.
00:10:26: Und der Kurs liegt jetzt auf einem Ball oder auf nem langjährigen Tiefpunkt von seventy-fünfundsiebzig Euro statt zweihundertfufzig.
00:10:33: Da fehlen wir eben zwei Drittel und es sieht nicht so aus, wenn ich mir die Akteur in Ertragsschätzung anschaue, als sollte sich das wieder ändern.
00:10:39: Na ja?
00:10:40: Okay!
00:10:41: Gut!
00:10:41: Wunderbar!
00:10:43: Hammer's für heute!
00:10:44: Ja wohl.
00:10:45: Schon wieder gespannt auf das nächste Thema.
00:10:47: Wir wissen noch nicht Arbeiten aber einer spannenden Story.
00:10:51: Das war's, ciao
00:10:51: ciao!
00:10:52: Macht es gut bis die Tage, tschüss!
00:10:55: Bitte beachten Sie dass es sich beim Format Persebius Top Research um einen ausschließlich journalistischen Beitrag handelt und in keinem Fall um eine individuelle Anlage bereiten.
00:11:08: Mein Name ist Reino Drombach.
00:11:10: ich bin seit mehr als dreißig Jahren als der Kolumnist Persebus bekannt.
00:11:15: Freuen sie sich schon jetzt auf unser nächstes Interview mit spannenden Börsenwerten.
00:11:20: Ich wünsche Ihnen bis dahin noch eine gute Zeit!
00:11:25: Schönen Tag.
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